Kununu-Bewertungen: Was sagen sie wirklich über die Mitarbeitendenzufriedenheit aus

Kununu als HR-Frühwarnsystem für die Mitarbeiterzufriedenheit

Viele HR-Verantwortliche halten Arbeitgeberbewertungsportale wie Kununu für einseitig. Dort würden sich vor allem frustrierte Ex-Mitarbeitende Luft machen. Doch eine umfassende Studie von CompanyMood zeigt ein anderes Bild: Externe Bewertungen und interne Stimmungslagen sind oft erstaunlich deckungsgleich.

Orlando Policicchio, CEO der Mitarbeitendenfeedback-Plattform CompanyMood, hat die Zusammenhänge untersucht und liefert Erkenntnisse, die für jede HR-Abteilung wertvoll sind

Interne Zufriedenheit messen und verstehen.

Regelmäßiges internes Mitarbeitenden-Feedback, zum Beispiel über kurze Stimmungsabfragen oder Feedback-Tools, gibt HR, Führungskräften und der Geschäftsleitung ein aktuelles Bild davon, wie Mitarbeitende ihre Arbeitssituation erleben. Neben qualitativen Kommentaren lassen sich daraus auch KPIs für Employer Branding ableiten, die Trends in der Arbeitgeberattraktivität sichtbar machen.

Ein gutes Beispiel dafür, ist der „Happiness Score“ (0 bis 100 Punkte) von CompanyMood, der die allgemeine Mitarbeitendenzufriedenheit im Unternehmen quantifizierbar und vergleichbar macht.

Retention.

Retention hat das Ziel, alle Mitarbeitenden langfristig an den Arbeitgeber zu binden. Damit soll verhindert werden, dass Mitarbeitende das Unternehmen verlassen und ein neues Arbeitsverhältnis suchen. Eine gute Retention schafft im Umkehrschluss eine geringe Fluktuation und fördert somit Loyalität, Zufriedenheit und letzten Endes eine längere Betriebszugehörigkeit.

Das Vorurteil über kununu und die Realität.

Der Mythos, kununu-Bewertungen bilde die Arbeitsrealität verzerrt ab, hält sich hartnäckig. Tatsächlich deuten Auswertungen darauf hin: Interne Zufriedenheitswerte und externe Arbeitgeberbewertungen verlaufen in vielen Fällen parallel.

In einer Untersuchung von CompanyMood in Kooperation mit Kununu wurden über 12 Monate die durchschnittlichen Branchenbewertungen mit internen Zufriedenheitswerten verglichen.

Das Ergebnis der Untersuchung zum Mitarbeitenden-Feedback:

  • In über 80 % der rund 70 Unternehmen verliefen Branchenscore und interner Zufriedenheitswert fast identisch.
  • Die maximale Abweichung lag bei 12 %.
  • Fielen interne Werte deutlich positiver aus, zogen die Kununu-Bewertungen oft wenige Monate später nach.

In der Forschung gibt es verschiedene Modelle, die die Bindung zwischen Menschen und Organisationen erklären. Eines davon, sind die vier Ebenen der Mitarbeitendenbindung.

Kater-Stimmung und Euphorie bahnt sich den Weg nach außen.

CompanyMood konnte im Kununu-Branchenbenchmark beobachten, dass sich die jeweilige Stimmungslage innerhalb des Unternehmens, mit einem Verzug von ca. 6 Monaten auf die Kununu-Bewertungen niederschlägt. War die Stimmung in einzelnen Teams über längere Zeit schlecht, führte dies oft zu Kündigungen und die Bewertungen ehemaligen Mitarbeitenden fanden sich wenige Monate später in den Kununu-Bewertungen des Unternehmens ein.

Ebenso konnten Erfolge wie erfolgreiche Umstrukturierungen, Beförderungen und eine stärkere Ausrichtung auf die Mitarbeitendenzufriedenheit nach 6-8 Monaten auf Kununu in den Bewertungen reflektiert werden. Nicht immer kann dies auf den genauen Bereich projiziert werden, besonders wenn große Unternehmen mit vielen Tochtergesellschaften analysiert wurden. Man kann jedoch nach diesen Erkenntnissen sicher sagen, dass gute wie schlechte Kununu Bewertungen nicht aus der Luft gegriffen sind und die geäußerten Bewertungen, zumindest von einem Teil der Mitarbeitenden, so erlebt und wahrgenommen wurden.

Reaktionen auf Feedback – ein positives Zeichen.

Nicht jede Kritik lässt sich verhindern. Entscheidend für erfolgreiches Employer Branding ist, wie Unternehmen damit umgehen:

  • Wird auf Arbeitgeberbewertungen eingegangen?
  • Werden Missstände anerkannt und, falls nötig, Entschuldigungen ausgesprochen?
  • Oder werden kritische Punkte einfach abgetan?

Potenzielle Bewerbende nehmen diese Reaktionen genau wahr. Eine glaubwürdige Fehlerkultur beginnt oft damit, den eigenen Anteil an Problemen einzugestehen und Verbesserungen einzuleiten.

Unternehmen, die sich wirklich um Verbesserungen im Employer Branding bemühen, nehmen das Feedback auf Kununu ernst und reagieren darauf. Der Unternehmensalltag ist meist vollgepackt mit Aufgaben. Fehler passieren und können nicht immer verhindert werden. Ob es sich dabei um eine Führungskraft handelt, die nicht mit dem Team harmoniert oder ob es um strategisch-kulturelle Entscheidungen geht, die nicht von allen Mitarbeitenden mitgetragen werden, Unzufriedenheit ist nicht immer zu verhindern und gehört zum Arbeitsalltag dazu. Entscheidend ist dabei die Reaktion auf Kritik und genannte Missstände.

Viele Bewerber:innen sind durchaus in der Lage, die feinen Nuancen der Antworten auf die öffentlichen Kommentare bei Kununu aufzunehmen und diese intuitiv richtig zu interpretieren.
Möchte das Unternehmen sich wirklich verbessern und sieht Fehler ein oder wird jeder Kommentar als falsch abgetan und eher „wegkommentiert“.

Wird vom Unternehmen zu den Bewertungen nachgefragt und sich auch entschuldigt, wenn etwas schlecht gelaufen ist, steigert dies die Glaubwürdigkeit und Authentizität des Unternehmens. Die so oft zitierte Fehlerkultur beginnt oft auch bei den eigenen Fehlern und dem Umgang damit. Das wissen Bewerber:innen zu schätzen.

Was HR daraus lernen kann.

Interne Feedbacksysteme – egal ob per Befragung, digitaler Plattform oder anderen Formaten – helfen, Entwicklungen früh zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Bereits nach wenigen Monaten kann sich die Mitarbeitendenzufriedenheit verbessern, zum Beispiel durch:

  • einen sichtbaren Feedback-Kanal als Zeichen der Wertschätzung
  • mehr Transparenz in Unternehmensentscheidungen
  • datenbasierte HR-Strategie und Employer-Branding-Maßnahmen
  • schnelle Umsetzung kleiner Verbesserungen (Quick Wins)

Solche Schritte wirken sich oft langfristig auch positiv auf öffentliche Arbeitgeberbewertungen aus.

Kununu-Bewertungen sind nicht immer eine Momentaufnahme im Affekt, sondern spiegeln oft reale Entwicklungen im Unternehmen wider. Wer interne Mitarbeitendenzufriedenheit systematisch misst und darauf reagiert, hat einen entscheidenden Vorsprung: Probleme werden sichtbar, bevor sie sich öffentlich niederschlagen.

Für HR bedeutet das: Internes Feedback ist nicht nur ein Stimmungsbarometer, sondern auch ein strategisches Werkzeug, um die Arbeitgebermarke von innen heraus zu stärken.

#lessonslearned

Ideenmonster
  • Interne und externe Wahrnehmung hängen enger zusammen, als viele denken: In über 80 % der Fälle verlaufen interne Zufriedenheitswerte und Kununu-Bewertungen nahezu parallel – unabhängig davon, ob diese positiv oder negativ ausfallen.
  • Frühzeitiges Handeln verschafft einen klaren Vorteil: Da sich interne Stimmungen oft erst mit einigen Monaten Verzögerung in Kununu-Bewertungen zeigen, können HR-Teams Probleme im Schnitt rund sechs Monate früher erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten.
  • Der Umgang mit Feedback prägt die Arbeitgebermarke: Ob Kritik intern oder öffentlich geäußert wird – glaubwürdige Reaktionen, Transparenz und die Bereitschaft zur Verbesserung stärken das Vertrauen von Mitarbeitenden und Bewerbenden.

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