susanne

Interview: Interim-Managment für New Work und Digitalisierung

Beratung, Agentur, Interim: wer kann besser und nachhaltiger digitale Transformation im Unternehmen verankern? Wir haben mit einer erfahrenen New Work Expertin gesprochen.

Hallo Susanne, magst du dich kurz vorstellen?
Ja gerne: Mein Name ist Susanne Busshart und ich bin ein „Urgestein“ der Digitalbranche. (lacht) Ich habe einige namhafte Digitalagenturen geleitet, mit aufgebaut oder umgebaut. Früher war ich in Festanstellung unterwegs, wie zum Beispiel als Geschäftsführerin bei syzygy und der United Digital Group. Ich hatte meine eigene Personalvermittlungsagentur und start-ups im Tech-Umfeld. Mit SBCdigital biete ich Interim Management an und berate Firmen im Bereich Change und digitaler Transformation. Meine Schwerpunkte sind dabei Strategie, HR und New Work. Ich bin 49 und habe zwei digital Native-Jungs.

Was machst du gerade so?
Die letzte Company habe ich für knapp 1 Jahr als Interim Manager geleitet. Es ging darum, die Firma in ihre nächste Entwicklungsstufe zu heben. Dies geht in der Regel einher mit Neugestaltung von Vision, Mission, Strategie und letztendlich Struktur. Die Unternehmenskultur ist dabei ein ganz zentraler Bereich. Ich habe mich in den letzten Monaten mit Begeisterung damit beschäftigt, wie Hierarchien wegfallen können, agile Führungskulturen Einzug halten und neue Organisationsformen entstehen, die der Volatilität unsere Arbeitswelt Rechnung tragen. Hoch spannend!
Unsere Arbeitswelt ändert sich durch Digitalisierung und gesellschaftliche Weiterentwicklungen. Daher müssen auch erfolgreiche Firmen immer am Ball bleiben und am Puls der Zeit.

Was ist es denn, was ein solches Interim-Konzept so interessant macht? Schließlich scheint dieser Bereich stark zu expandieren.
Ich finde, man kann hier von echter win win-Situation sprechen. Für das Unternehmen ist das einfach ein kalkulierbares Risiko und für den Interim Manager eine Möglichkeit, in seinem Fachgebiet zu unterstützen und immer wieder neue spannende Firmen und Projekte kennen zu lernen. Ich mache im Markt gerade die Erfahrung, dass Kunden Beratung und Sparing suchen, die sehr umsetzungsnah ist bzw. gleich mit umgesetzt wird. Hier ist die Nähe des Interim Managers, da er im Unternehmen sitzt, eine ganz andere, als die eines externen Consultants. Ich finde persönlich auch das Gefühl toll, für die Zeit des Mandates zum Team zu gehören.

Warum ist es für dich so wichtig Digitalisierung und HR zu verbinden?
Innerhalb meiner Geschäftsführungen war ich zum Glück immer für den Bereich HR verantwortlich. Und ich war permanent in digitalen Umfeldern unterwegs. Als Dienstleister definiert man sich über die Talente, die man an Bord hat. Mir ist dieser persönliche Faktor total wichtig und das Menschliche ist gar nicht wegzudenken aus der Arbeitswelt. Es macht sie aus. Die Digitalisierung sorgt aber dafür, dass wir uns genau darauf wieder konzentrieren können.

Bedeutet für dich?
Ich mag Trends und Tech, ich mag Zukunftsforschung, ich liebe Innovationsmanagement und Design Thinking. Darum finde ich die Kombination aus den neuen Strömungen rund um New Work, Arbeit 2.0 und digitaler Transformation klasse. Dazu muss ich Dir/Euch nichts erzählen: Da seid Ihr ja wirkliche Experten!

Was ist gerade dein Lieblings Thema?
Ganz klar „der Arbeitsplatz der Zukunft/Future Workspace“.
Ich wollte früher mal Architektur studieren aber die Dinge haben sich anders entwickelt. Während meines MBA Programms habe ich zumindest für die Chicago Architectural Foundation gearbeitet – das war großartig. 
Jetzt kann ich meine Expertise mit meiner Leidenschaft verbinden: 

Während einiger meiner Geschäftsführungstätigkeiten, durfte ich Umbauten und Umzüge begleiten. Für mich geht es hierbei nicht nur darum, das perfekte Objekt zu mieten und die schicksten Möbel zu finden. Es kommt vielmehr darauf an, Visionen umzusetzen, die Firma in die Zukunft zu projezieren, Prozesse abzubilden, vor allem aber Menschen mitzunehmen und Talente weiter zu entwickeln. Im heutigen „war for talents“ benötigen wir neue Mechanismen, um Menschen zu motivieren, auf uns zu lenken und zu halten.

Falls wir philosophieren wollen: „Äußere und innere Räume gilt es zu finden und weiter zu entwickeln – individuell für jedem Mitarbeiter.“
Für mich ist ein „Arbeitsplatz der Zukunft-Projekt“ eine Mischung aus Strategie, Unternehmenskultur und Architektur – Digitale Transformation in Reinkultur, gepaart mit New Work, Innovation und dem Händchen für Menschen. Das ist mir wichtig.

Comments are closed